Gemeinsam mehr Berg erleben!


2 TagesTour in Südtirol - Sept. 2018                       "Fanes über Heiligenkreuzkogel"

„IM REICH DER WEISSEN RIESEN, FANES, SÜDTIROL“ – Text von Erich Glantschnig

Die bleichen Felszacken, die bizarr und hoch in den Südtiroler Himmel aufstrebenden Gesteinsformationen, gehören zu den schönsten Bergen der Welt. Sie haben von der UNESCO das Schild "Weltnaturerbe" umgehängt bekommen. Das ist gut und schön. Und recht auch. Unbedingt. Die Dolomiten verdienen aber viel mehr. Und kriegen es von Spezies, wie wir es sind, mit aller Bedingungslosigkeit. Auch umgehängt. Nämlich Respekt, Ehrfurcht, Demut, Hochachtung. Und vieles mehr.

Wir knipsen dort auch nicht mit einer Selbstverständlichkeit durch die Gegend. Vielmehr ist man hier noch dankbarer als anderswo für jedes Motiv, das man auf der Speicherkarte mitnehmen darf. Für jene zu Hause, die nicht das Glück haben, vor Ort sein zu können. Egal, wer sie nun letzten Endes erschaffen hat, die Dolomiten in Südtirol. Wie andere Gebirgsketten und -gruppen auch im Alpenbogen von Frankreich bis Wien. Natürlich. Aber hier hat er sich besondere Mühe gegeben, alles richtig gemacht und uns Wunderbares hinterlassen. Belassen wir es dabei, dass die Dolomiten ein "Göttliches Meisterstück" sind. Dann tun wir niemandem Unrecht.

Aber nun zu uns "acht wandernden Staunern". Wenn es eine Gemeinschaft gibt, die bedingungslos miteinander "kann" und harmoniert, dann sind es die Bergwanderführer in der Karnischen Region im Gailtal. Das sieht man insbesondere dort und dann, wo es eine Selbstverständlichkeit ist, füreinander da zu sein. In allen erdenklichen Situationen Hilfsbereitschaft zu zeigen. Auch den letzten Apfelspalten herzugeben, wenn dem Nachbar der Magen knurrt. An der Hüttentheke auch das letzte Glas mitzutrinken. Egal wie die Zeigerstellung auf der Wanduhr ausschaut. Aber alle diese Dinge sind bei gemeinsamen Unternehmungen in der Bergwelt sowieso logisch. Da kommt es immer auf jeden Einzelnen an.

Veronika Kilzer, unsere "gruppeneigene" Südtirol-Spezialistin und gute Seele beim Verein Bergwandern-Kärnten, hatte sich zu ihren Wanderkarten und zu ihrer Wanderliteratur gesetzt und für uns eine Tour ins "Reich der Fanes" ausgetüftelt. Spannende Tritte und Schritte eingeplant. Luftige Passagen mit Stahlseilen waren ebenso dabei wie auch die Querung mächtiger Schuttströme. Und 360-Grad-Rundumsichten, dass die Hälfte gereicht hätte. Sie hat uns auch an glatten Felsplatten vorbeigeführt, groß wie Tennisplätze, wo wir uns erstmals im "Bergwanderstockmikado" versuchten.

Naturpark Fanes - eine Landschaft, die mit ungewöhnlichen Formen besticht. Wir durchwanderten nach der Ankunft auf dem P.so diS. Croce in einem ewigen auf und ab genussvoll und staunend das schüsselförmige Plateau, das von senkrechten Felswänden begrenzt wird. Die gehören zu Bergen mit wohlklingenden und bekannten Namen: Sasso delle Nove, Sasso delle Dieci - also der Neuner und der Zehner. Um nur zwei zu nennen. Auf Schritt und Tritt finden wir Höhlen, die der Regen aus dem gut löslichen Kalk herausgeschwemmt hat. Und plötzlich offenbart sich unter uns der sagenumwobene Grünsee, der die Ansicht der beiden stattlichen Rifugios Lavarela und Fanes aus der Ferne noch mehr behübscht. Angesichts dieses Bildes denkt man unwillkürlich an Badehose und Schnorchel. Dahinter das in den Sommermonaten tagende "Parlament der Murmeltiere". Übervoll mit den lustigen und beliebten Nagern. Ein Parlament, das ständig in Bewegung ist und arbeitet.

In der Rifugio Fanes kehren wir zur Nachtruhe ein. Vroni kennt man hier schon - uns werden sie noch kennen lernen. Wir werden umsorgt und bekocht, dass es eine Freude ist. Erfreulicherweise bleibt wenigstens das Herren-Stockbett-Zimmer "schnarchfrei" und so gibt es am nächsten Tag nur strahlende Gesichter. Und erwartungsvolle, denn der Weg des zweiten Tages zurück zu den HE-Kennzeichen ist noch länger. Kalt und strahlend ist das Umfeld aber auch. Die Bergspitzen glühen schon im Morgenrot und die Murmeltiere schlafen noch. Irgendwann, die Restmüdigkeit ist längst aus den Knochen verschwunden, erreichen wir nach einer endlosen Querung den P.so di S. Antonio (2466 m). "Pause" wird gerufen und auch gleich genehmigt.

Von der anderen Seite herauf treffen drei Einheimische ein. Großes "Hallo" und Nahrungsaustausch. Mannerschnitten gegen selbstgebackene Südtiroler sowieso. Ein Wort ergibt das andere. Plötzlich ist man fast verwandt. Außerdem - wir kennen jetzt auch Fanes und die drei kennen den Pressegger See schon lange. Dann rumpelt ein Pärchen im Laufschritt vom Neuner herunter. Frühaufsteher. Frühe Vögel. Auch hier ergibt ein Wort das andere. Plötzlich fällt das Wort "singen", weil beide im Kirchenchor ihre Stimme erheben und wissen, dass Kärntner...! Im Nu sind die Stimmbänder nicht mehr zu bremsen. Unsere Töne schweben d`rüber, über die Schutthalde und hinauf in die Wände. Hinunter nach Fanes. "Alta trinita beata, da noi sempre..." und weil Sonntag ist "Großer Gott wir loben dich...". Von irgendwo her fischt man die Texte. "In di Berg bin i gern" - diese Strophen hat man vor Jahrzehnten schon gelernt. Auch hier bei den Nachbarn. Auf dem Gegenhang hockt mittlerweile eine Dutzend Touristen und lauscht unseren herzhaften Darbietungen. Nach einem gefühlten Vormittag und leeren Flachmännern geht eine wunderschöne Stunde der Begegnung zu Ende. Man wird sich wiedersehen.

Wir müssen schleunigst weiter. Denn von unten drückt eine Kuhherde (!) nach (siehe Foto). Erstaunlich, diese Körperbeherrschung der Milchproduzenten. Für das ausgezeichnete Wetter konnte unsere Vroni zwar nichts, denn dafür haben wir alle selber gesorgt. Wir waren nämlich das ganze Jahr über brav. So wie an diesen beiden Tagen zwischen den weißen Riesen in Südtirol auch. Für die äußeren Bedingungen und dafür, dass wir alle wieder gesund zu Hause angekommen sind, sind wir sehr dankbar. Hanni hat bei der abschließenden Gedenkminute in der Heiligenkreuzkapelle stellvertretend für uns alle die richtigen Worte dafür gefunden. Besonders dankbar sind wir für all das, was wir sehen und ergehen konnten. Für die Gaudee und den Spaß den wir hatten, natürlich auch. Aber den haben wir ja selbst produziert...! Das ging sowieso nicht anders. Abschließend noch: Vielen Dank Vroni. Du hast uns eine großartige Bergfahrt ermöglicht.

Wir werden dich wieder buchen...!

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